Empowerment Workshop „Voll fett!“ von und mit Magda Albrecht

Die wunderbare Magda Albrecht, Autorin bei der mädchenmannschaft hält einen Empowerment Workshop, der sich an (sozial)pädagogische Fachkräfte richtet.

Am 26.02.2016 findet er in Frankfurt statt. Der Workshop ist schon ausgebucht, man kann sich aber auf eine Warteliste setzen lassen und bestimmt auch Magda anfragen, ob sie in der eigenen Einrichtung einen Workshop oder Vortrag hält:

Aus der Ankündigung:

In der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist die (Selbst-) Reflexion über Körper- und Gesundheitsideale Voraussetzung für einen sensiblen und respektvollen Umgang mit Körpervielfalt. Die Darstellung dicker Menschen in den Medien ist überwiegend stereotyp oder soll als „Abschreckung“ dienen. Oftmals heißt es, Dicksein sei ungesund oder unattraktiv. Dieser Workshop soll über eine kritische Auseinandersetzung hinaus sensibilisieren und Lust darauf machen, in Institutionen Angebote für Jugendliche zu schaffen, die körpergewichtsbezogene Diskriminierung mitdenken. Eingeladen sind Fachkräfte der sozialen Arbeit und aus pädagogischen Berufen, die sich (selbst-) kritisch mit Schönheits- und Gesundheitsnormen auseinandersetzen möchten.
Das Projekt „Respekt. Stoppt Körperdiskriminierung“ wird vom Frauenreferat der Stadt Frankfurt am Main im Rahmen des Schwerpunktes „Respekt. Stoppt Sexismus“ gefördert.

Die Workshopleiterin Magda Albrecht ist politische Bildnerin und Mitglied des feministischen Vereins und Gemeinschaftsblogs Mädchenmannschaft e.V.. Sie schreibt, forscht und hält Vorträge zu den Themen Körpernormierungen (insbesondere Dickendiskriminierung), Strategien zur Selbstermächtigung und queer-feministische Aktionsformen.

Die vollständige Ankündigung gibt es hier

Männer in Frauenposen – Yay und Nay

Frauen auf Werbeplakaten sind meistens nackt und verbogen. Auch wenn es sich nicht um Werbung für Sonnenschutzmittel oder Ballettschuhe handelt. Kurz: selten hat die nackte Frau, die sich im Bilde verdreht, etwas mit dem beworbenen Produkt zu tun. Sex sells. Wie absurd diese Tatsache ist, haben im vergangenen Jahr verschiedene Aktionen aufgezeigt: Das Fotoprojekt von Rion Sabean „Men-Ups„, in dem Männer in typischen Plakatposen gezeigt werden, die sonst Frauen einnehmen. Auch wenn diese Männer dabei sittsam angezogen bleiben, zeigt sich hier die Unsinnigkeit im Zusammenhang von Bild und Botschaft.

Mit der Plakatkampagne „Kommt Ihnen etwas seltsam vor?“ machte die Salzburger Watchgroup gegen sexistische Werbung mit viel nackter Männerhaut auf die zur Gewohnheit gewordene Sicht auf Frauenkörper aufmerksam, die durch ihre Plakate irritiert wird.

Wie gesagt, diese beiden Aktionen legen den alltäglichen Sexismus offen, dem Frauenkörper unterworfen sind.

Letztens spülte mir twitter oder facebook eine Foto-Reihe in die Timeline – Männer, die sich wie Frauen fotografieren. Instagram wird als „typisches Frauen-Medium“ oft belächelt und hier „toppen“ Männer das noch, in dem sie sich über weibliche Selbst-Inszenierungen lustig machen.   Im Gegensatz zu den oben genannten Aktionen deckt diese Fotoreihe also nicht Sexismus auf, sondern versucht die „Deutungshoheit über das eigene Bild“ – wie Teresa Bücker schreibt – den Frauen wieder zu entziehen.

Also obacht, wenn Männer in Frauenposen auftauchen, mal ist es yay, mal eher nay.

(Darüber, wie Geschlecht durch Körperhaltungen konstruiert werden, schrieb auch Helga 2012 bei der Mädchenmannschaft)