Gelesen: Laurie Penny – Fleischmarkt

In ihrem Buch „Fleischmarkt“ von 2012 analysiert Penny Strategien, mit denen Frauenkörper im Kapitalismus entmachtet und kontrolliert werden. Das macht sie anhand der Konsumindustrie, Sex/Arbeit, Hausarbeit und am Thema Hungern/Raumeinnahme fest. Anschaulich zeigt sie auf, warum das Patriarchat es nötig hat, mit diesen Strategien Frauen zu unterdrücken. Mal mehr, mal weniger pointiert lässt sich ihre Schreibe so gut lesen und ihre Thesen nachvollziehen.

Man merkt, dass sie insbesondere von der 2. Frauenbewegung in den USA und GB inspiriert wurde. Insgesamt ist ihr Blick auf die Möglichkeiten, die Frauen bleiben um diesen Strategien zu entkommen, sehr pessimistisch. Groß schreibt sie:

„Wenn alle Frauen dieser Erde morgen früh aufwachten und sich in ihren Körpern wirklich wohl und kraftvoll fühlten, würde die Weltwirtschaft über Nacht zusammenbrechen“ (9)

Klingt gut, ist aber zunächst utopisch. Verweigern sich Frauen als Einzelne der Körpernormierung und Schönheitsidealen, werden sie ausgeschlossen, diffamiert und gewalttätig daran erinnert, nichts wert zu sein.

Vermutlich kann man von einem so dünnen Buch nicht erwarten, dass es Alternativen aufzeigt. Aber Penny hätte wenigstens auf die Subversionen, Spielarten, Bricolagen und Camp in Zeiten des Postfeminismus hinweisen können, die Frauen helfen, sich gegen diese Strategien zu wehren.