Vortrag & Diskussion beim Frauennotruf Lübeck: Feministische Aktionsformen – von der Straße ins Netz und zurück

Femen
Feministische Aktionsformen – hier am Beispiel Femen

Am vergangenen Donnerstag sprach ich beim Frauennotruf Lübeck über Sexismus und feministische Aktionsformen. Der Frauennotruf Lübeck existiert seit 25 Jahren und berät Frauen und Mädchen, wenn diese Erfahrungen mit sexueller Belästigung und Gewalt gemacht haben.

Ich habe in einem 20minütigen Vortrag versucht, verschiedene Aktionsformen einzuordnen und ihr Verhältnis zu den Mainstream-Medien zu beschreiben. Dafür habe ich mir insbesondere Aktionen ausgesucht, die auf konkrete Ereignisse fokussierten, wie die Slutwalks oder #aufschrei. Aber auch eine Einordnung in den weiteren Kontext wie die riot girls-Bewegung oder das Wechselspiel von sozialen Medien und traditionellen kam nicht zu kurz.

Anschließend gab es eine Podiumsdiskussion mit Lübecker Aktivistinnen (das Programm und die Namen der anderen Teilnehmerinnen findet ihr auf der Seite des Frauennotrufs). Einig waren sich alle, dass Sexismus weiterhin ein Problem ist und dass lautstarke Proteste nötig sind. Nur über die Art und Weise gab und gibt es unterschiedliche Ansichten. Das „Netz“ und die sozialen Medien wurden in ihrer Bedeutung dafür sehr unterschiedlich eingeschätzt: Unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Altersgruppe oder Welle der Frauenbewegung fanden einige, dass die Durchschlagkraft größer ist, wenn man sich außerhalb des Netzes positioniert, manche haben auch gar keinen Zugang zu den sozialen Medien, sei es aus Technikskepsis oder der Angst vor Shitstorm und Informationsüberfluss. Andere sehen grade in den sozialen Medien einen „Rückzugsort“, wo sie sich mit ihresgleichen vernetzen können und Rückhalt bekommen.

Wie so oft war die Zeit für Diskussionen und Austausch nur knapp, zeigte aber sehr schön die Spannweite von Feminismus, feministischen Aktionsformen und Möglichkeiten, aktiv gegen Sexismus zu werden.